Rezension: Tschick

Tschick

von Wolfgang Herrndorf

Rowohlt Verlag

17. September 2010

Inhalt:

Die Hauptperson dieser Geschichte ist der 14-jährige Maik. Er stammt aus einer gescheiterten Unternehmerfamilie. Der Vater interessiert sich nicht für ihn, schlägt ihn, wenn es ihm passt, die Mutter ist Alkoholikerin und fährt mehrmals im Jahr auf die „Beautyfarm“, um wieder einige Zeit lang trocken zu werden. Auch in der Schule hat er es nicht einfach. Früher wurde Maik Psycho genannt, mittlerweile interessieren die anderen sich nicht mal genug für ihn, um ihm einen neuen Spitznamen zu verpassen. Er fühlt sich einsam, auch weil Klassenschönheit Tatjana sich offenbar überhaupt nicht für ihn interessiert.

Doch alles ändert sich, als plötzlich der Russe Tschick in die Klasse kommt. Er erscheint den anderen Schülern zunächst ziemlich merkwürdig – was auch nicht verwunderlich ist. Er kommt in abgerissenen Klamotten und mit mächtiger Alkoholfahne in den Unterricht. Da er auch nichts von sich preisgibt und höchstens negativ auffällt, wird er ebenso schnell zum Außenseiter abgestempelt.

Doch alles ändert sich, als die Sommerferien beginnen. Maiks Mutter ist mal wieder auf Entzug und sein Vater auf Geschäftsreise. Plötzlich steht Tschick mit einem geklauten Auto vor der Tür. Aus lauter Langeweile und Verzweiflung heraus willigt Maik ein, Dinge mit ihm zu unternehmen.

Damit ändert sich für ihn alles. Der feige Maik lernt durch Tschick eine ganz andere – nicht immer legale – Sichtweise und Lebenseinstellung kennen. Irgendwann planen sie ganz spontan einen Roadtrip mit besagtem geklautem Auto. Ziel: „die Wallachei“, wo angeblich Tschicks Großvater wohnt.

Eine atemberaubende Reise quer durch Deutschland beginnt, auf der die beiden Jungs viele Dinge erleben und sehr interessanten Leuten begegnen. Mit jedem zurückgelegten Kilometer wächst auch Maiks Selbstvertrauen. Bald sind die Jungs allerbeste Freunde.

Vielleicht wären sie irgendwann auch in die Wallachei gekommen, aber dann, auf der Autobahn…

Meine Meinung:

Ich „musste“ ein Kapitel des Buchs schon vor zwei Jahren im Unterricht behandeln. Damals hat es mich noch nicht sonderlich beeindruckt, aber jetzt dachte ich mir, es wäre doch interessant, das Buch doch ganz zu lesen. Und ich bin froh, dass ich es getan habe.

„Tschick“ beschreibt auf eigentlich völlig normale und unkomplizierte Weise das Leben aus der Sicht eines Vierzehnjährigen, mit allen seinen Höhen und Tiefen. Trotz des eigentlich eher unaufdringlichen Stils geht die Geschichte unter die Haut. Man kann sich prima in Maik hineinversetzen, und irgendwie klingen auch alle seine Gedanken logisch und nachvollziehbar. Wolfgang Herrndorf beschreibt die Gefühle und Empfindungen der beiden Jungen sehr treffend.

Die Freundschaft, die sich zwischen Maik und Tschick entwickelt, ist beeindruckend, weil sie sämtliche Hindernisse zu überstehen scheint. Durch Tschick lernt Maik, dass man das Leben vielleicht doch nicht immer so ernst nehmen sollte.

Ein wirklich gelungener Jugendroman, der diese Bezeichnung meiner Meinung nach allerdings nur in Maßen verdient, da auch jeder Erwachsene diesen Schmöker unbedingt verschlingen kann!

5 von 5 Smileys!

   

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