Rezension: Stimmen in der Nacht

Stimmen in der Nacht

von Laura Brodie

14,90€

dtv

Erscheinungsdatum: 1.6.2012

Inhalt:

Die 14-jährige Maggie wird von Albträumen gequält, von denen sie sich nach vielen Therapien in ihrer Kindheit geheilt glaubte. Doch nun kehren sie mit dem Beginn der Highschool in unerwarteter Heftigkeit zurück.

Grund für die Alpträume ist ein traumatisches Erlebnis aus ihrer Kindheit: Maggie musste mit ansehen, wie ihre Mutter mit einem Baseballschläger auf einen jungen Studenten einschlug, bis dieser zusammenbrach und kurze Zeit später im Krankenhaus an seinen Verletzungen starb. Daraufhin entwickelte sie eine unbeschreibliche Angst vor ihrer Mutter, wollte sie jedoch trotzdem nicht verraten und berief sich bei Gericht auf ihr Recht zu schweigen.

Mit ihren damals 5 Jahren begriff sie nicht, dass ihre Mutter aus Notwehr handelte und falsche Zeugenaussagen und Hetzkampagnen im Internet zerstörten ihren Ruf, ihren Arbeitsplatz als Lehrerin an einem College und letztendlich auch ihre Ehe.

Doch nun, als Maggie glaubt, sie hätte mit den Erlebnissen in ihrer Kindheit abgeschlossen, erkennt sie in ihrer Mathelehrerin eine ehemalige Studentin ihrer Mutter wieder, die in der Nacht der Gewalt anwesend war und falsch aussagte…

Meine Meinung:

Der Klappentext endet mit den Worten: „Was ist damals wirklich geschehen?“ Doch das ist meiner Meinung nach nicht das Thema des Buches, denn im Grunde genommen wird schon all das, was in jener Nacht der Gewalt passierte, im Prolog beschrieben. Nein, bei diesem Roman handelt es sich wider allen Erwartens nicht um einen Thriller, sondern um eine Abhandlung über Schuldgefühle und Ängste und wie die Figuren in dem Buch mit diesen Gefühlen umgehen, wie sie darüber hinwegkommen und ihr Leben trotz allem weiterleben können.

Doch trotzdem schafft die Autorin es, mit ihrem dichten, atmosphärischen Schreibstil die Spannung aufrechtzuerhalten, auch wenn schon am Anfang des Buches alles erklärt wird und es somit keinen Spielraum mehr für Überraschungen und Wendungen gibt.

Das Buch zeigt die weitreichenden Folgen für die Beteiligten jener Nacht auf und verdeutlicht damit, wie schnell sich ein Leben tiefgreifend verändern kann und alles, was man sich erarbeitet hat, durch einen einzigen Schicksalsschlag zerstört werden kann, wie jedoch auch aus den Ruinen etwas Neues entstehen kann.

Doch trotz der interessanten Thematik ist natürlich zu bemängeln, dass das Buch nicht wirklich die Erwartungen des Lesers erfüllt, denn wie gesagt: Es handelt sich nicht wirklich um einen Thriller.

Auch gibt es unglaublich viele Zeitsprünge und Nebengeschichten, die oftmals verwirrend und meiner Meinung nach auch oft für den Verlauf der Handlung äußerst unnötig sind, sodass man oftmals Gefahr läuft, den roten Faden zu verlieren.

Fazit: Ein Buch, das eine interessante Thematik aufgreift, doch die Autorin hätte definitiv mehr daraus machen können.

3 von 5 Smilies!

    

 

Laura Brodie ist außerdem Autorin des Romans Ich weiß, du bist hier, der seit dem 1.8.2011 als Taschenbuch erhältlich ist.

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